Zeitmanagement und Selbstmanagement mit angepasstem Bullet Journal
Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten

Selbstmanagement is a Bitch! Oder?

Mal macht der Kalender am Telefon pling, dann fällt einem eine wichtige Notiz auf der Schreibtischunterlage zum 28-ten Mal wieder ins Auge mit dem Gedanke „oh ja, da muss ich wirklich mal dran denken…aber jetzt muss ich erstmal das hier machen….“

Geht ’s dir manchmal auch so?

Schön das du wieder dabei bist. Zuletzt habe ich dir über einen analogen Ansatz berichtet, wie ich seit einiger Zeit mein Zeitmanagement und Selbstmanagement betreibe.

Wenn Du das Bullet-Journal noch nicht kennst, lies erstmal den Einführungsartikel. Hier zeige ich Dir, wie ich das System im echten Leben verwende.

Ich nutze das Bullet-Journal für mein eigenes tägliches Tagebuch, doch in leicht erweiterter Form. Ich habe nämlich festgestellt, dass mir das tägliche Log nicht so gut gefällt, zumindest nicht für Aufgaben. Deswegen habe ich das monatliche Log abgespeckt und dafür eine Wochenübersicht eingeführt. Dazu später mehr.

Das hat das Journal für mich noch viel praktischer und wertvoller gemacht!

Selbstmanagement: Meine monatliche Vorbereitung

Am Anfang des Monats setze ich mich hin und erstelle eine Seite für meine Monatsübersicht. Hier kommen Themen rein, die ich in keine spezielle Woche einordnen möchte, allerdings diesen Monat erledigen will.

Dann blättere ich um und zeichne mit dem Lineal auf eine Doppelseite meine Wochenübersicht. Das mache ich hintereinander für alle Wochen des Monats. Ich trage in die Spaltenköpfe jeweils das Datum und den Tag ein. Das macht zwar ein bisschen Arbeit, mir gefällt das aber.

Navigation ohne Index im Bullet Journal

Das Konzept mit dem Index habe ich persönlich als zu sperrig erlebt. Auch hatte ich keine Lust immer die Seitenzahlen von Hand in das Büchlein zu schreiben, denn ich habe halt ein ganz normales Notizbuch ohne vorgedruckte Seitenzahlen.

Ich habe an wichtigen Stellen einfach kleine selbstklebende Fähnchen in meinem Bullet Journal. Eines am Future-Log, eines am aktuellen Monat und eines an der aktuellen Woche.

Mein Bullet Journal für Zeitmanagement und Selbstmanagement

Mein Bullet Journal für Zeitmanagement und Selbstmanagement

Beim aktuellen Tag habe ich eine Art Lesezeichen drin. Das ist eine Karteikarte auf der bestimmte Dinge stehen… da komme ich gleich noch drauf zu sprechen.

So habe ich mit einem Griff jede Seite sofort offen, die ich im Normalfall brauche. Bei kleinen Recherchen hätte mir aus aktueller Sicht auch kein Index geholfen…

Weitere Geheimnisse: Meine Wochenübersicht!

Nachdem ich das Bullet Journaling ein paar Wochen genutzt hatte, war ich neugierig und habe bei Youtube nach Bullet Journal gesucht. Hier kamen noch ganz andere Möglichkeiten zu Tage, was ich mit meinem anstellen kann. Und das ist daraus geworden:

Weekly-Log

In die Spalte des aktuellen Tages meiner Wochenansicht trage ich meine Aufgaben und Termine ein (keine Notizen…). Hier hake ich sie auch ab. So behalte ich einen tollen überblick über die Woche und mein tägliches Aufgaben-Management.

Bullet Journal für Zeitmanagement: Meine Wochenübersicht

Bullet Journal für Zeitmanagement: Meine Wochenübersicht

Aufgaben, die ich noch nicht genau einplanen möchte, aber schon genau weiß, dass ich sie in der Woche erledigen möchte, kommen auf die linken Seite unter meine Wochenübersicht.

Migrationen im Weekly-Log

Um Aufgaben aus dem Tag herausnehmen zu können oder für einen bestimmten Tag einzuplanen, habe ich selbst noch die Pfeilsymbolik mit Spitze nach oben bzw. unten hinzugefügt. Auch simpel und sehr elegant.

Tracking von wichtigen Gewohnheiten!

Jetzt wird es langsam richtig spannend! Vielleicht ist dir im Bild oben schon die farbige Matrix aufgefallen. Dieses Feature hat mit dem eigentlichen Bullet Journal nichts mehr zu tun, doch passt es für mich ganz wunderbar zusammen!

Ich habe mir angewöhnt in meiner Wochenansicht auf der rechten Seite, linker Rand meine konstruktiven Gewohnheiten dokumentieren.

Hier tracke ich meine tägliche Yoga-Praxis, Meditation, plane meine Lauf- und Kraftübungen ein, ob ich vegetarisch gelebt und ob ich alkoholfrei den Tag verbracht habe. Dann gibt es noch ein paar recht private Einträge, die bleiben mein Geheimnis 😉

Auf der waagerechten Achse trage ich die Themen an, die ich dir gerade genannt habe. Runterwärts die Wochentage mit den Anfangsbuchstaben – damit das schön schnell und einfach geht…

Die Kästchen für einen erfolgreichen Tag in einem Thema werden grün ausgemalt, Misserfolge mit Rot und Pausen beim Laufen und den Kraftübungen mit Blau. So bekomme ich für jede Woche eine farbige Übersicht. Das ist echt spannend mit der Zeit!

Du kannst auch sehen, dass ich bei Weitem nicht perfekt bin und das möchte ich an dieser Stelle auch gern zeigen. Denn wenn du mit solchen Tools arbeitest, wirst du vielleicht auch unperfekt starten.

Was ich extrem spannend finde, ist die Entwicklung der Themen über die Zeit. Hier fängt das Tracking wirklich an Stärken und Schwächen zu offenbaren!

Mein Wochenfokus!

Rechts neben meiner Gewohnheits-Matrix erstelle ich mir noch zwei – drei Punkte, auf die ich mich in dieser Woche besonders fokussieren möchte. Dieses Feld gestalte ich nach Gefühl mit unterschiedlichen Farben und lese es mir sooft ich dran denke durch…

Zusammenfassung zum Weekly-Log

Du siehst, ich habe die Zeitplanung extrem zusammengeschrumpft und plane jeden Tag in meiner Wochenübersicht.

Weiterhin halte ich den Fokus auf wichtigen Themen durch mein Fokus-Feld und die Gewohnheits-Matrix! ICH finde das echt wahnsinnig hilfreich!

Aber das war noch lange nicht alles, wofür ich das Journal verwende. Halt dich fest…

Tägliches Tagebuchschreiben…

Alle erfolgreichen Menschen haben regelmäßig Tagebuch geschrieben!

Vor einiger Zeit habe ich den Ansatz des 5-minute-Journal kennengelernt und für eine Weile praktiziert. Es geht darum jeden Tag mit minimalem Aufwand morgens und abends Tagebuch zu schreiben. Dazu gibt es einen festen Satz an Fragen und Themen, die man jeweils morgens oder abends beantwortet. So geht das recht knackig, du hast den Vorteil des Tagebuchs und weniger Zeitaufwand damit, als wenn du jeden Tag anfängst „Liebes Tagebuch…“

Das hat mir OK gefallen, war noch nicht so ganz das Richtige. Allerdings schon mal besser, als gar nicht Tagebuch zu schreiben… habe ich bemerkt!

Die zündende Idee kam über den Podcast von Matthew Mockridge, der gerade ein Tagebuch zur Zielerreichung anbietet. Das 66-day-journal. Auf diese Ansätze möchte ich jetzt nicht auch noch eingehen, sonst spränge ich den Rahmen dieses Artikels. Aus diesen Ideen ist allerdings mein tägliches Tagebuch geworden…

Ein Kärtchen mit den Fragen für den Tag…

Jetzt kommen wir zu dem Lesezeichen, was ich vorhin erwähnt habe. Das ist eine Karteikarte auf der meine Fragen für morgens und auf der anderen Seite für abends stehen. Auf diese Weise brauche ich nicht nachdenken (wenn ich zum Beispiel noch/schon müde bin) und gehe alles immer im Geiste und auf Papier durch.

Morgens…

Das Tagebuchschreiben ist für mich fester Bestandteil meines Morgenrituals. Jeden morgen nehme ich mir mein Journal und gehe folgende Punkte durch:

  • Gedanken: Warum wird heute ein richtig guter Tag?
  • Was möchte ich heute tun? –> Tagesspalte in Wochenübersicht füllen
  • Welche emotionalen Werte möchte ich heute fokussieren?
  • Worüber bin ich momentan besonders glücklich?
  • Wofür bin ich dankbar?
  • Worauf bin ich richtig stolz?
  • Was ist gerade wirklich spannend in meinem Leben?

Ich denke alle Punkte sind ziemlich selbsterklärend. Bei der Dankbarkeit achte ich darauf, mir möglichst immer etwas neues zu überlegen.

täglich Tagebuchschreiben: five minute journal angepasst

täglich Tagebuchschreiben: five minute journal angepasst

Abends…

Auch abends vor dem Schlafengehen nehme ich mir noch ein paar Minuten Zeit und reflektiere über den Tag. Dazu steht auf meinem Lesezeichen:

  • Was habe ich heute gelernt?
  • Was hätte ich heute besser machen können?
  • Was ist heute großartiges geschehen?
  • Wem konnte ich heute helfen?
  • Welche Taten führen wahrscheinlich zu einer großartigen Zukunft?
  • Rückschau auf meine TODOs in der Wochenübersicht
  • Welche Frage oder Aufgabe möchte mein Unterbewusstsein heute Nacht bitte bearbeiten?

Ziele erreichen mit täglichem Tagebuchschreiben!

Im Moment teste ich gerade den Ansatz ein Ziel für 66 Tage festzulegen, zu zerlegen und auf den Zeitraum zu verplanen. Die Planung mache ich momentan noch in Trello außerhalb von meinem Journal, ABER: ich übertrage meine wöchentlichen Aufgaben in mein Bullet Journal und arbeite sie damit ab. Also in meine Wochenübersicht, um genau zu sein.

An dieser Stelle kann ich noch kein Fazit ziehen, ich habe aber ein gutes Gefühl, dass es sehr produktiv ist! Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass ich in der letzten Zeit sehr viel mehr Artikel geschrieben habe 😉

Egal ob du für einen festen Zeitraum ein Projekt in oder außerhalb von deinem Journal planst, es macht extrem viel Sinn den Fortschritt mit dem Journal zu tracken und Gedanken dazu aufzuschreiben, zu reflektieren…

So bleibst du fokussiert und am Ende kommt mit Sicherheit mehr raus, als ohne diesen Ansatz 😉

Zusammenfassung

Ich glaube jetzt verstehst du, warum ich das Bullet Journal so liebe und warum ich zwei Artikel draus gemacht habe. Ich hoffe ich konnte dir viele gute Gedanken mit auf den Weg geben, an deinem eigenen System zu feilen und zu experimentieren.

Falls du selbst noch Gedanken dazu hast, auf die ich noch nicht gekommen bin: schreib mir gern eine Nachricht!

In diesem Sinne wünsche ich dir eine fokussierte Zeit mit viel Freude und Lachen!

Und natürlich: Produktivität!

Vielleicht interessieren dich meine weiterführenden Artikel, wie du mehr Erfolg im Leben haben kannst?

[Gesamt:6    Durchschnitt: 3.7/5]
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