bullet journal: modernes analoges Zeitmanagement und Selbstmanagement
Geschätzte Lesezeit: 4 Minuten

Zeitsprung in die Vergangenheit.

Heute geht es um ein Produktivitätstool, welches ich wirklich lieben gelernt habe!

Normalerweise synchronisieren sich meine elektronischen Kalender am Computer und im Handy automatisch und ich bekomme rechtzeitig eine Erinnerung auf dem Handy, dass ich einen wichtigen Termin habe. Heute leider nicht…

Schweißausbrüche. Hektik!

Bestimmt hast Du das auch schon erlebt und endlich gibt es eine Lösung, die für mich passt: Das Bullet Journal!

Es ist ein ganz analoges System auf Papier und lässt sich super gut an Deine persönlichen Bedürfnisse anpassen. Ein weiterer Vorteil ist, dass alle Informationen und Termine an einer Stelle sind.

Vieles funktionierte… dann doch nicht so richtig…

In den letzten zwei Jahren habe ich viele verschiedene Methoden für mein Zeitmanagement und Selbstmanagement ausprobiert. Personal-Kanban mit Trello, TODO-Listen auf dem Whiteboard, alle Aufgaben im Google/iPhone-Kalender eintragen und stur abarbeiten und bestimmt noch einige mehr…

Eines kann ich sagen. Alles funktioniert! ABER: nicht alles passt gleichsam zu mir, deswegen lohnt es sich entweder mehrere Sachen auszuprobieren oder sich coachen zu lassen. Im Falle von Zeit- und Selbstmanagement kann ich dir dazu Ivan Blatter sehr empfehlen.

Ich habe mich für den Weg des Ausprobierens entschieden und bin jetzt bei einem analogen Ansatz auf Papier herausgekommen.

Das Bullet Journal

Alles was ich dafür brauche ist ein A5-Notizbuch und eine Struktur. Man kann auch ein fertiges Bullet Journal kaufen, wo z.B. Seitenzahlen rein gedruckt sind. Ich habe für mich festgestellt, dass ich das nicht brauche.

Das Bullet Journal vereint extrem unkompliziert Notizen machen und Aufgaben-/Zeitplanung miteinander. Es erlaubt einen tollen Überblick, als auch Details…

Um das zu bewerkstelligen, gibt es einen einfachen Satz an Symbolen.

Symbole im Bullet Journal geben unterschiedliche Bedeutung.

Kurz und schmerzlos: Die drei wichtigsten Symbole im Bullet Journal sind:

  • ein Punkt … für eine Aufgabe
  • ein Minus … für eine Notiz
  • ein kleiner Kreis … für einen Termin

Das Bullet Journal lebt vom Zusammenspiel aller Komponenten – den Symbolen und der Struktur. Da ich ein großer Freund von Überblick bin, bekommst du nach diesem kleinen Detail-Happen erstmal die Struktur des Journals…

Dann wirst du besser verstehen, wie die Komponenten zusammen wirken und die weiteren Symbole machen sofort Sinn. Lustiger Weise ergeben die sich aus dem, was du jetzt schon kennst. Dem Punkt, Minus und Kringel…

Ich sage ja, dass sind die allerwichtigsten Symbole 😉

Die Struktur des Bullet Journal

Das Inhaltsverzeichnis oder Index im Bullet Journal

Das klassische Bullet Journal besteht zuerst aus einem Index – oder Inhaltsverzeichnis. Hier trägst du alle wichtigen Bereiche deines Journals ein.

Du hast richtig gelesen, DU trägst hier die Komponenten DEINES Bullet Journals ein. Das System bietet dir nämlich ein paar einfache Regeln, ist an sich aber total frei gestaltbar.

Das Future-Log – deine Jahresübersicht…

Das Future Log ist eine grobe Übersicht über das ganze Jahr oder einen anderen größeren Zeitraum, den du „verwalten“ möchtest. Hier trägst du Aufgaben, Termine oder Hinweise ein, wenn du noch keine feingranularere Struktur geschaffen hast. Du wirst gleich verstehen, was ich meine.

Bullet Journal: Future Log

Bullet Journal: Future Log

Das Monthly-Log – Monatsübersicht

Wenn du weiter in deinen leeren Bullet Journal blätterst findest du die ersten freien Seiten. Hier kannst du nun für den aktuellen Monat dein Montats-Log anlegen. Hier kommt alles rein, was nicht am aktuellen Tag dran ist.

Das ist das Gedächtnis für deinen Monat.

Und Daily-Log – Tagesansicht

Wenn du nun täglich mit deinem Bullet Journal arbeitest, erstellst du dir jeden Tag ein Daily-Log. Hier stehen die Termine, Aufgaben, Notizen, Zeichnungen usw. für den aktuellen Tag drin. Idealerweise mit den Symbolen, die zu größtenteils schon kennst.

Wahrscheinlich verstehst du jetzt langsam, warum du einen Index mit der Zeit aufbaust. Das Journal entsteht eben erst mit dem Benutzen. Und damit du später deine wichtigen Übersichten schnell wieder findest, gibt es den Index.

Arbeiten mit dem Journal – Der Workflow

Die Struktur und Workflow lässt sich beim Bullet Journal nur schwer separat betrachten, deswegen hast du bei den Struktur-Absätzen schon einiges über den Workflow erfahren. Gleichzeitig wirst du nun beim Workflow die restlichen Symbole kennenlernen, weil sie dazu eben einen Bezug haben…

Monatliches Planen mit dem Bullet Journal

Einmal im Monat wirst du dich hinsetzen und deine Monatsübersicht aufsetzen. Dazu gehst du auf die erste freie (und für dich passende) Seite, schreibst den Monat hin und trägst die entsprechende Seite in deinen Index ein.

Zuerst schaust du ins Future-Log, ob da Dinge drinstehen, die du im aktuellen Monat erledigen möchtest und überträgst diese…

Wenn schon Monate in deinem Bullet Journal drin stehen, gehst du die Monatsübersicht und die Daily-Logs durch, kreuzt Erledigtes an (siehe „Aufgabe als erledigt markieren“) – sofern noch nicht geschehen – streichst unwichtiges durch und überträgst alles was noch relevant ist ins Future-Log oder in den aktuellen Monat. Je nachdem wie bald du es erledigen möchtest.

Migrationen von Bullets

Wenn du eine Aufgabe vom Future-Log in den aktuellen Monat transferierst, solltest du den Eintrag entsprechend markieren können. Dazu haben sich die Erfinder Symbole ausgedacht. Du machst aus dem Bullet (also Punkt) einfach einen Pfeil:

  • > … vorwärts migriert
  • < … in Monatsübersicht oder Future-Log aufgeschoben
Aufgaben als erledigt markieren

Wenn du eine Aufgabe erledigt hast, so machst du aus dem Punkt einfach ein ‚X‘.

Bemerkst du langsam wie geil dieses System ist? Alles an Symbolen entsteht aus dem Punkt – dem Bullet. Das macht es sehr elegant.

Fazit

Das Bullet Journal ist ein super einfaches und flexibles Tool für meine Aufgabenverwaltung und Zeitmanagement. Und jetzt verrate ich dir, was ich daran am tollsten finde:

Ich kenne kein Tool, dass so viel Überblick UND Details in einem super kompakten Format ermöglicht! Ich habe sonst entweder einen tollen Überblick ODER viel (zu viele) Details vor der Nase.

Am Anfang habe ich das Bullet Journal so verwendet, wie gerade beschrieben und schnell festgestellt, dass das nicht so perfekt zu mir passt. Wie ich es erweitert habe, schildere ich dir im nächsten Artikel.

Falls dich das Bullet Journal nun interessiert und du es mal in Action sehen möchtest, schau dir dieses Video an:

Natürlich weiß ich nicht, ob das Bullet Journal für dich die perfekte Lösung ist, aber es ist ein super System, was sich extrem gut an die eigenen Bedürfnisse anpassen lässt. Das kenne ich von keiner Software-Lösung!

Viel Spaß beim Testen und sei gespannt auf mein tägliches Journal 😉

[Gesamt:5    Durchschnitt: 2.4/5]
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