Der allgemeine und spezielle Purpose.
Geschätzte Lesezeit: 8 Minuten

Bevor ich in den nächsten Artikel auf mehrere Möglichkeiten eingehe, wie du deine Lebensaufgabe finden kannst, möchte ich dir heute ein Werkzeug zeigen, welches ich von Steve Pavlina gelernt habe.

Diese Sichtweise hat mir geholfen viel mehr Klarheit und Struktur in die Ausarbeitung meiner Lebensaufgabe zu bringen und ich denke, dass wird vielen Menschen – vielleicht ja sogar dir – eine große Hilfe sein.

Die hier präsentierten Ansätze sind sehr allgemeingültig anwendbar. Doch zielt mein Denken eher auf die berufliche Ebene. Warum? Weil ich in meinem Leben und in Gesprächen mit Leuten hier die größten Diskrepanzen zwischen Haben-Wollen und Ist-Zustand wahrnehme.

Wenn im professionellen Leben ein erfülltest Tun möglich ist, dann ist das Leben schonmal DEUTLICH besser, weil wir verbringen ja ungefähr ein Viertel unserer Lebenszeit bei der Arbeit…

Die allgemeine oder übergeordnete Lebensaufgabe.

Im letzten Artikel „Warum eine Lebenaufgabe Sinn macht“ habe ich ja schon angedeutet, dass die Lebensaufgabe eher hochgechunkt – also sehr allgemein gefasst – daher kommt. Der Vorteil davon ist, dass du dir damit einen Kompass baust, mit dem du immer deinen aktuellen oder kurzfristiger geplanten Kurs abgleichen kannst.

Meine allgemeine Lebensaufgabe sieht so aus:

Ich möchte mich täglich weiterentwickeln, meinen Lebensweg bewusst gestalten und so vielen Menschen wie möglich helfen, ebenfalls ihren Weg zu gehen.

Wie ich darauf gekommen bin, erzähle ich dir in einem gesonderten Artikel. Auf dem Weg dahin habe ich mir mehrere Techniken angeschaut. Meiner Meinung nach muss jeder seinen eigenen Ansatz finden, um die Lebensaufgabe zu identifizieren. Deswegen präsentiere ich dir auch nicht den heiligen Gral, sondern eine Auswahl an guten Ansätzen. Es ist eine gute Idee verschiede Ansätze einfach auszuprobieren.

Alles im Leben kann sich natürlich auch mal ändern und so steht auch die allgemeine Lebensaufgabe in Abständen auf dem Prüfstand. Den großen Vorteil den ich wahrnehme: da diese Lebensaufgabe so eine hohe Flughöhe hat, strahlt sie eine gewisse Stabilität aus. Gibt meinem Leben eine Richtung, die Bestand hat. Alles weitere kann durchaus größeren Schwankungen unterliegen.

Selbst als Informatiker hatte ich schon eine Mission

Und selbst als ich von Persönlichkeitsentwicklung noch nicht einmal etwas gehört hatte, so hatte ich schon eine Art Vision. Damals 2009/2010 habe ich als Softwareentwickler gearbeitet und hatte zum Ziel, die Softwareentwicklung deutlich in der Qualität zu heben.

Der Code sollte besser getestet sein und ästhetischer für die Entwickler werden, auf technischer Ebene wollte ich die passendsten Technologien und Werkzeuge verwenden und so für Kunden stabilere und bessere Software bauen. Auch war eine schönere Zusammenarbeit zwischen Entwicklern, Projektleitern und Kunden mein Bestreben.

Der Antriebe das Leben von Menschen besser zu machen, steckte da also damals schon in mir drin. Die Software-Mammutaufgabe hat mit der Zeit etwas den Charme verloren, weil ich mich in dem Metier nicht mehr so wohl fühlte. Doch das ist wieder eine andere Geschichte…

Was ich immer schon bemerkenswert fand ist, dass ein solcher Purpose oder Lebensaufgabe unheimliche Kräfte und Freude freisetzt. Deswegen bin ich sehr überzeugt, dass dies ein guter Ansatz für jeden Menschen sein kann.

Was ist der spezielle Purpose?

Nun ist eine solch allgemeine Lebensaufgabe schon eine tolle Sache, doch so richtig was damit anfangen konnte ich noch nicht.

Deswegen kam mir das Konzept der Vier-Ebenen sehr gelegen, das ein Prüfinstrument für die konkrete Ausarbeitung der Taten im Leben zur Verfügung stellt. Es ist eine strukturierte Möglichkeit den Ökologie-Check für die Taten und Ziele im Leben vorzunehmen.

Zunächst stelle ich dir dir Ebenen des Modells erstmal vor…

Das irdische Leben – die körperliche Ebene

Wir alle haben bestimmte Bedürfnisse im Leben. Zum Beispiel Wohnraum, Essen, Trinken, Ausgehen, Reisen, Sporttreiben usw…

Für all diese weltlichen Dinge benötigen wir fast immer Geld. Und das ist der Kern der körperlichen Ebene. Inwieweit erfüllt die spezielle Lebensaufgabe diese Bedürfnisse? Also: kommt genug Kohle dabei rum?

Klingt etwas entzaubernd? Na macht erstmal nichts, ich komme am Ende dieses Kapitels darauf, wie die Ebene zusammenspielen.

Die Ebene von Wissen und Fähigkeiten

In der zweiten Ebene dreht es sich darum, ob du alle Fähigkeiten und alles an Wissen zur Verfügung hast, was du zum erfolgreichen „betreiben“ deiner Lebensaufgabe brauchst.

Welche Ausbildung musst du vielleicht noch machen, damit dein Lebenstraum tatsächlich realistisch ist? Klassisches Beispiel aus meinem Umfeld ist häufig der Heilpraktiker für Psychotherapie. Welche Bücher solltest du gelesen haben? Welche Erfahrungen solltest du gemacht haben, damit du durchstarten kannst?

Das können auch ganz praktische Dinge sein wie:

  • Brauchst du eine Webseite und kannst diese selbst aufsetzen und betreiben?
  • Kennst du dich mit Suchmaschinen-Optimierung (SEO) aus, sodass deine Seite gefunden wird?
  • Weißt du, wie du an potenzielle Interessenten/Kunden herankommst und diese von dir begeisterst?

Die Herzensebene

Auf dieser Ebene wird es persönlich. Welche Tätigkeiten machst du von Herzen gern, die deine allgemeine Lebensaufgabe erfüllen?

Ein paar Gedanken zur Orientierung:

  • Lehrst du gern?
  • Schreibst du gern?
  • Redest du gern?
  • Möchtest du allein oder im Team arbeiten?
  • Möchtest du mit den Händen oder mit dem Kopf erschaffen?
  • Machst du gern Fotos? Oder Videos?

Mit derlei Fragen kannst du dir eine Liste deiner Lieblingstätigkeiten anfertigen. Sehr wichtig und ziemlich einfach 🙂

Die Spirit-Ebene

Auf der Herzensebene mit dem Tun im Einklang zu sein, ist schonmal die halbe Miete! Am erfülltesten sind Menschen allerdings, wenn sie mit ihrem Tun etwas wertvolles für andere Menschen tunen und zwar möglichst etwas Gutes 😉

Deswegen ist es sehr sinnvoll zu prüfen für wen du etwas Gutes mit deinen Herzensaktivitäten bewirken möchtest.

Ein paar Beispiele:

Ich möchte…

  • … mein Wissen Kindern nahebringen
  • … in Afrika armen Menschen zu Trinkwasser verhelfen
  • … in meiner Nachbarschaft ein herzliches Miteinander ermöglichen
  • … dass Senioren einen schönen Lebensabend erleben

Wie immer kannst du diese Liste für dich persönlich ergänzen und damit deine Aktivitäten prüfen und ausarbeiten.

In welcher Reihenfolge funktioniert das am besten?

Das Modell ist völlig frei in welcher Reihenfolge du deine Lebensaufgabe damit testest und/oder ausarbeitest.

Steve Pavlina schlägt eine Reihenfolge vor, die ich ebenfalls für mich als sehr stimmig empfinde:

  1. Herzensebene
  2. Spirit-Ebene
  3. Fähigkeiten-Ebene
  4. Weltliche Ebene

Das ist natürlich ganz anders, als wir in der westlichen Welt normalerweise an ein Thema herangehen. Die meisten – wie es mir auch ging – gehen von der weltlichen Ebene aus und schauen, wieviel Kohle lässt sich damit machen.

Wichtig ist bei der ganzen Sache, dass tatsächlich ALLE Ebenen mit deiner speziellen Lebensaufgabe im Einklang sind. Wenn alle Ebenen außer der weltlichen Ebene passen, wirst du die spezielle Lebensaufgabe nicht richtig Leben können. Was allerdings nicht heißt, dass es nicht eine Möglichkeit die Dinge etwas anders zu strukturiere und mit der allgemeinen Lebensaufgabe einen Weg zu finden, der auch genug Geld einbringt.

Das Spannende ist:

Ich glaube, wenn die Drei Ebenen Herz, Spirit und Geist gut ausgefüllt sind, dass das Geld ganz automatisch ins Fließen kommt!

Ein Beispiel für dieses Vorgehen

Um etwas Neues zu bringen, habe ich mir eine Person ausgedacht, die keine akademische Ausbildung hat und in einer Fabrik für Autoteile arbeitet. Das ist mit der Zeit sehr öde geworden…Ich nenne ihn mal Hans.

Runde Eins

Hans LIEBT es zu segeln! Er segelt schon seit frühester Kindheit. Gelernt hat er das von seinem Opa und Vater, später fuhr er Wettkämpfe mit Jollen. Zweimal im Jahr war er mit auf Segeltörns mit dem Vater auf der Ostsee und Atlantik.

Die Herzensebene haben wir also schon klar. Gehen wir mal auf die Spirit-Ebene.

Hans liebt es für die Kinder der naheliegenden Schule kleine Vorträge mit Bildern übers Segeln zu halten. Erstaunlich, denn sonst scheut er sich, vor Menschen zu referieren. Die Kinder lieben seine Geschichten und das Seemannsgarn.

Hierfür hat er auch die nötigen Fähigkeiten. Diese Ebene funktioniert also auch. Doch auf der körperlichen Ebene hängt es. Seinen Lebensunterhalt kann er damit nicht verdienen.

Runde Zwei

Nun schaut Hans nochmal auf der Herzensebene. Er wollte schon immer Mal Videos über das Segeln direkt auf dem Boot drehen, damit er diese seinen Kindern und der Familie zeigen kann. Youtuber findet er auch sehr cool. Also warum nicht mal in dieser Richtung nachdenken?

Spirit: mit Videos über die Grundlagen des Segelns könnte er nicht nur die Kinder der naheliegenden Schule erreichen, sondern auch Erwachsene, die sich für einen Führerschein interessieren. Oft hat er am Lagerfeuer schon unzähligen Freunden die wichtigsten Dinge erklärt. Leider haben die Freunde durch den vielen Alkohol immer das meiste wieder vergessen 😉

Die Idee also, Erlebnis-Videos an Board zu drehen, Segel-Einführungs-Videos für Kinder und Ausbildungsmäßige Videos für Erwachsene.

Fähigkeiten: Zum Filmen braucht er noch Wissen über Beleuchtung, Kameraführung usw. Dazu recherchiert er die Top-3 Bücher und einen Online-Kurs. Auch in Youtube muss sich Hans einarbeiten. Glücklicherweise gibt es unzählige Anleitungen auf Youtube…

Beim Geld hakt es noch immer…

Runde Drei

Irgendwie beflügelt das Hans. Er hatte schon immer den geheimen Traum eine Art Segelschule zu betreiben, doch auf das klassische Modell hat er nicht so Lust gehabt. Aber auf eine Online-Segelschule hat er voll Bock!

Durch seine Kontakte ist es leicht eine Jolle für die Binnenausbildung am nahegelegenen See zu organisieren. Den Theorie-Unterricht möchte er zu einem günstigen Preis auf einer Membership-Seite also Video und Text anbieten, Praxisunterricht gibt es dann für Binnen deutschlandweit. Bei ihm für Kunden aus seiner Gegend und anderorts bei befreundeten Segelschulen. Somit hilft er nicht nur sich selbst Geschäft zu machen, sondern auch noch anderen Segelschulen und damit guten Freunden. Das gefällt ihm auch auf der Spirit-Ebene sehr!

Die Abenteuer-Videos sollen auf dem Meer gedreht werden, einmal mit Gruppen von Kindern, einmal mit jungen Erwachsenen. Also bietet er zweimal jährlich eine Woche Schnuppersegeln für Kinder zwischen 8 – 14 an sowie zweimal jährlich einen Ausbildungstörn für den Sportküstenschifferschein (SKS). Somit kann er sein Video-Material anfertigen UND verdient sogar noch Geld dabei!

Für den Online-Theoriekurs braucht er noch Kenntnisse, wie man eine Platform für Videokurse verwendet. Weiterhin fällt ihm langsam auf, dass er dringend Know-how für Online-Marketing benötigt. Die Idee mit dem Theoriekurs gefällt auch befreundeten Segellehrern und Hans überlegt sich, wie er ein Affiliate-Programm dafür bereitstellen kann…

Und so weiter…

Also ganz ehrlich, ich habe mir dieses Szenario gerade einfach ausgedacht!

Siehst du wie einfach mit wenigen konzentrierten Iterationen aus dem anfänglichen „funktioniert ja eh nicht“ ein Geschäftsmodell werden kann, was Hans nicht nur das Segeln ermöglicht, sondern sein ganzes Leben reichhaltig machen kann. Dabei ist ein Geldsegen zu erwarten, der die meisten traditionellen Segelschulen leicht in den Schatten stellen kann…

Er könnte sich auch überlegen seine Idee in eine bestehende Segelschule von einem Freund einzubringen. So könnte er das Ganze auch als Angestellter tun. Ich persönlich denke halt sehr gern unternehmerisch. Es ist aber mit Nichten immer nötig ein eigenes Unternehmen zu gründen…

Fazit

Ich hoffe ich konnte dich mit diesem Artikel so richtig heißt machen, ebenfalls an deiner Lebensaufgabe herumzubasteln und verschiedene Denkachsen einmal durchzudenken.

Ich weiß, dass es nicht jedem so leicht fällt eine echte Passion im Leben zu erkennen und zu entdecken. Deswegen geht es im Weiteren darum, wie du selbst in diesem Fall deine allgemeine Lebensaufgabe finden kannst. Wer mich kennt wird wissen, dass es dabei auch Ansätze geben wird, bei denen du die Kraft deines Unbewussten anzapfen kannst 😉

Mit dem Modell:

  • Körperliche Ebene
  • Fähigkeiten-Ebene
  • Herzensebene
  • Spirit-Ebene

…kannst du deine spezielle Lebensaufgabe auf Herz und Nieren prüfen!

Die empfohlene Reihenfolge (von mir und Steve Pavlina)

  1. Herzensebene
  2. Spirit-Ebene
  3. Fähigkeiten
  4. Körperliche Ebene

Hilft sehr, nicht in die „Wie verdiene ich am meisten Kohle“-Falle zu tappen! Mit dem Modell entstehen sehr viel stimmigere Ideen für ein reichhaltiges Leben.

Übrigens… ich empfehle dir dabei tatsächlich „Denken auf Papier“. Wenn du die Übungen ausprobierst, nimm dir Papier und Stift oder dein Lieblings-Schreibprogramm. So bekommst du sehr viel bessere Ergebnisse, weil du dich nicht in deinen Gedanken verhedderst.

Viel Spaß mit DEINER „Segelschule“ 😉

Mehr zum Thema Lebensaufgabe findest du hier

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